Großwildjäger finanzieren den Tierschutz in Afrika

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Die Reaktionen nach der Tötung des Löwen Cecil waren geprägt von Heuchelei und Entrüstung. Das hilft Afrikas Wildtieren und der armen Bevölkerung jedoch wenig.

JOHANNESBURG. Eine Beerdigung war Cecil, dem von einem US-Zahnarzt getöteten Löwen, nicht vergönnt. Doch die Reden, die dem Ableben der majestätischen simbabwischen Raubkatze gewidmet waren, waren an Heuchelei kaum zu überbieten. Der Aufschrei nach dem Tod des berühmten Löwen trägt nichts zum Schutz von Wildtieren bei.

Den Vogel der Scheinheiligkeit schoss zweifellos Robert Mugabe ab. Cecil sei „ausländischen Vandalen“ zum Opfer gefallen, geiferte der 91-jährige simbabwische Präsident am Tag des Gedenkens der „Nationalen Helden“: Die Simbabwer hätten es versäumt, ihren Helden Cecil vor marodierenden westlichen Jägern zu schützen. Was der senile Autokrat nicht erwähnte: In Simbabwe werden Jahr für Jahr weit über 40 Löwen abgeknallt – und zwar auf höchst legale Weise.

Noch am selben Tag, als Mugabe seiner gespielten Erschütterung freien Lauf ließ, hob die Wildparkbehörde seines Landes ihren nach Cecils Tod erlassenen Jagdbann wieder auf. Denn lange meinte das Amt, ohne den von den Blutzoll der „Vandalen“, nicht auskommen zu können.

Der südafrikanische Armutsstaat nimmt jährlich Millionen an Dollar durch die den westlichen Trophäenjägern abverlangten Gebühren ein. Davon geht ein Teil an die Regierung selbst, ein Teil an die nicht selten mit der Regierung eng verbandelten Landbesitzer, ein nicht unbeträchtlicher Teil allerdings auch über die sogenannten Campfire-Projekte an die verarmte Landbevölkerung, die von dem oft einzigen Schatz ihrer abgelegenen Regionen, den Wildtieren, profitieren soll. Diese Gelder sind es, die Großwildjäger behaupten lassen, sie seien die besten Naturschützer der Welt, und ein Großteil der internationalen Naturschutzorganisationen gibt ihnen – zumindest zähneknirschend – recht.

In den 23 südlich der Sahara gelegenen Staaten, in denen Trophäenjagd erlaubt ist, werden jährlich mehr als 200 Millionen Dollar eingenommen: Südafrika, Namibia, Mosambik und Tansania sind die größten Profiteure. Mit dem Geld stellen Behörden in diesen Ländern auch sicher, dass ihre wertvollen wilden „Güter“ nicht aussterben: Ohne Löwen, Leoparden oder Elefanten würde sie ja nichts mehr einnehmen.

Naturschützer wissen, dass der Wildbestand im 20. Jahrhundert lediglich in zwei Regionen der Welt zugenommen hat: In Nordamerika und im Südlichen Afrika, wo die Finanzierung des Naturschutzes zu einem nicht unerheblichen Teil aus den Einnahmen der Trophäenjagd stammt. Die Gegenprobe: In Kenia, wo auch kontrollierte Elefantenjagd seit den 70er Jahren verboten ist, stieg die Zahl gewilderter Elefanten um das Dreifache an.

Der Zusammenhang ist nicht von der Hand zu weisen. Denn ein Großteil der Tiere wird von der lokalen Bevölkerung gewildert – entweder zum Zweck des Fleischverzehrs, um sich vor den wilden Tieren zu schützen oder um in den Genuss der von internationalen Verbrecherbanden bezahlten Preise für Elfenbein oder Nashorn zu gelangen.

Diese Anreize werden nur dadurch vermindert, dass die Bevölkerung vom Lebenlassen der Tiere größeren Nutzen hat als vom Töten – ihre Bemühungen zum Schutz der Tiere müssen also belohnt werden. Schließlich handelt es sich um einen Schatz der gesamten Menschheit, den vor allem Touristen aus den Industrienationen genießen wollen.

Nun kann der Jagd- und Wilderei-Verzicht der afrikanischen Bevölkerung wie bisher über die Großwildjagd finanziert werden, was manchem Tierfreund allerdings aus verständlichen Gründen zuwider ist. Dass ein paar zweifelhaft motivierte Tötungsfanatiker Tiere umbringen dürfen, damit andere überleben können, ist ein Konzept, das einem geradlinig verlaufenden Verstand nicht zugänglich ist.

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(Fotos wurden vom Blogbetreiber eingefügt)

Wer eine derart verbogene Logik vermeiden will, muss ein anderes Modell finden, wie bettelarme Afrikaner überzeugt werden können, vom Reichtum vor ihrer Hütte die Finger zu lassen. Das könnte etwa über einen internationalen Wildtierfonds geschehen.

Was nicht geht, hat die Lobby der Naturschutzfundis in den vergangenen Wochen vorexerziert. Auf der Welle weltweiter Entrüstung über Cecils Tod reitend hat sie Fluggesellschaften aufgefordert, bloß keine Trophäen von Wildtieren mehr zu befördern – aus Angst vor aufgebrachten Kunden haben viele Airlines pariert. Zu Recht hat das wiederum die afrikanischen Regierungen auf die Palme gebracht: Wird auf diese Weise doch ihr Modell der Finanzierung des Naturschutzes gefährdet.

Den Vorwurf der Heuchelei müssen sich also nicht nur senile Autokraten gefallen lassen. Wer mit vollem Bauch vorgibt, dass ihm die Natur am Herzen liegt, kann nicht mittellose Landbewohner dafür verantwortlich machen, dass sie erhalten bleibt.

Aus:Badische-zeitung.de/panorama/jagd-finanziert-tierschutz–109623418.html

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Anmerkung des Blogbetreibers: Fluggesellschaften, die keine Trophäen mehr transportieren die LEGAL gejagt worden sind, sollten die Landerechte in Zimbabwe entzoggen werden. Vermutlich wird irgendwann ein Hollywood-Regisseur einen Film drehen im Style von „Der König der Löwen“ (nichts gegen diesen Film, ich habe ihn viele male mit meinem kleinen Sohn zusammen heulend gesehen), über den edlen Löwen Cecil, der vom bösen weissen Mann getötet wird. Sein kleinerer Bruder Jericho, der immer im Schatten seines grossen Bruders stand, muss plötzlich all die Verantwortung des Rudelfürers übernehmen um ein richtiger Löwe (Individuationsprozess) zu werden. Der böse Zahnarzt Dr. Palmer wird von Jericho im filmischen Höhepunkt im Busch gestellt, aber nicht getötet. Dr. Palmer hat ein grosses Gnadenerlebniss, da Jericho sein Leben verschont, und kämpft von da an gemeinsam mit Jericho gegen die Jäger und Wilderer …. Leute, ich könnte immer wieder kotzen über diese Selbstgefälligkeit der edeln (imperialistischen) Wohlstands-Europäer, die sich selbst bemitleidend ihren Tränen in Facebookgruppen übergeben über die Projektionsfigur des Löwen Cecil, den sie bis zu seinem Tod noch gar nicht gekannt haben, und denen das Schicksal, das alltägliche Leid und Elend der afrikanischen Bevölkerung in den dortigen Gebieten absolut am Arsch vorbei geht. Hauptsache, sie können ihre naive Bambi-Gefühlsduselei zelebrieren. Welche Facebookgruppen ich meine ?

—> Gegen-Jagd-in-Deutschalnd , Anti-Jagd-Gruppe , Jagdvergehen <—

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