Fliege oder werde gefressen – Jenseits von Bambi-Romantik

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Heute Mittag gab es einen dumpfen Schlag gegen unser Wohnzimmerfenster. Aus Erfahrung wusste ich, dass dies vermutlich wieder mal ein Vogel war, der gegen unser Fenster gedeppert ist. Als ich nachsah, bestätigte es sich mir. Auf unserer Terrasse kauerte mit geschlossenen Augen ein kleiner Vogel. Er liess sich ohne Probleme in die Hand nehmen. In der Vergangenheit war das schon öfters passiert und nicht alle haben dies überlebt. Ich wusste im Moment nicht recht was ich tun sollte und legte den Vogel in einen Eimer den ich mit einem grossen Handtuch verschloss. So würde sich mir in ein oder zwei Stunden zeigen, ob er noch lebte oder es nicht schaffen würde. Nach zwei Stunden sah ich dann nach, und er war immer noch völlig apathisch und liess sich von mir in die Hand nehmen. Seine Augen waren geschlossen. Offensichtlich (so dachte ich) hatte er innere Verletzungen und sein Schicksal war damit besiegelt. Ich setzte ihn in eine kleine Kartonschachtel die ich verschloss und lief zum mir bekannten Fuchsbau, in der eine Fähe mit drei Jungfüchsen lebte. Diese hätten den halbtoten Vogel vermutlich gerne verspeist. Als ich am Bau angekommen war, nahm ich den Vogel auf meine offene Handfläche. Seine Augen waren immer noch geschlossen und er tat keinen deut, die Situation auszunutzen und davon zu fliegen. Ich stellt die kleine Schachten, nach dem ich den Vogel wieder hineingelegt hatte, vor den Bau und plötzlich piepste der Vogel. Offensichtlich regten sich seine Lebensgeister wieder etwas. Ich nahm ihn nochmal in die Hand und warf ihn, einer plötzlichen Eingebung folgend, hoch in die Luft. Der Vogel flog davon und die Füchse mussten leer ausgehen. Auch dass ist Natur so wie ich sie liebe, jenseits von Bambi-Romantik. Ich freute mich für den kleinen Vogel und bedauerte die Jungfüchse, die ich um ihr Essen gebracht hatte.

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